Amtsübergabe am AELF Bamberg
Wertschätzender Abschied und zuversichtlicher Neuanfang

Mit einer Feierstunde im Bauernmuseum Frensdorf wurde Landwirtschaftsdirektor Konrad Schrottenloher als Behördenleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurde Claudia Meissner offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und von Partnerorganisationen nahmen gemeinsam mit der Belegschaft des AELF an der Feierstunde teil.

Die Veranstaltung war geprägt von großer Wertschätzung für den scheidenden Behördenleiter, persönlichen Erinnerungen und immer wieder von humorvollen Anekdoten. Gleichzeitig richtete sich der Blick auf die Zukunft und den Führungswechsel an der Spitze des AELF Bamberg.

Die Ämter als Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft
Hubert Bittlmayer, Amtschef Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, stellte in seiner Festrede die Bedeutung der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten heraus. Sie seien das „Gesicht und die Speerspitze“ des Ministeriums. Hier erlebten Bürgerinnen und Bürger staatliches Handeln unmittelbar – beim täglichen Essen ebenso wie bei der Erholung im Wald oder durch die zahlreichen Arbeitsplätze, die an Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen wie Molkereien, Sägewerken oder Gärtnereien hängen.

Mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen und weltpolitischen Entwicklungen sprach Bittlmayer über die Herausforderungen unserer Zeit. Gerade deshalb brauche es einen engen Schulterschluss zwischen Behörden, Kommunen und Verbänden. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Bürokratieabbau seien wichtige Bausteine, um die Verwaltung zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Würdigung eines langjährigen Behördenleiters
Anschließend zeichnete Bittlmayer den beruflichen Werdegang Konrad Schrottenlohers nach. Aufgrund seiner zahlreichen Stationen an oberfränkischen Ämtern bezeichnete er ihn augenzwinkernd als den „oberfränkischen Flipperautomaten“ – eine Bemerkung, die für viele Schmunzler sorgte. Für seine langjährigen Verdienste verlieh Bittlmayer Schrottenloher den „Bayerischen Löwen“, eine Auszeichnung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus.
Auch Claudia Meissner stellte Bittlmayer den Gästen näher vor. Er beschrieb die neue Behördenleiterin als offen, zugewandt, humorvoll und fröhlich und wünschte ihr für ihre neue Aufgabe stets eine glückliche Hand.
Lob und gute Wünsche aus Politik und Verbänden
Die hohe Wertschätzung für Konrad Schrottenloher zog sich wie ein roter Faden durch die Grußworte der Ehrengäste. Landrat Johannes Maciejonczyk bezeichnete den scheidenden Behördenleiter als „Kind der Landwirtschaft“ und hob die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und AELF hervor. Claudia Meissner wünschte er Neugierde, Freude an ihrer neuen Aufgabe und ein weiterhin gutes Miteinander.

Die Landtagsabgeordnete Melanie Huml unterstrich die große Bedeutung von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Ernährung für die Gesellschaft. Gleichzeitig erinnerte sie daran, wie wichtig Familie und persönliche Auszeiten gerade in verantwortungsvollen Führungspositionen seien. Mit Blick auf die neue Behördenleitung zeigte sie sich erfreut, dass das AELF Bamberg künftig von einer weiblichen Doppelspitze geführt wird. Gemeinsam mit der stellvertretenden Behördenleiterin, Bereichsleiterin Forsten Dr. Julia Hass, stehe Claudia Meissner für starke „Frauenpower“.

Der oberfränkische Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Herrmann Greif, erinnerte sich an eine gemeinsame Beratung zu einem Stallneubau und hob Schrottenlohers Fachkompetenz ebenso hervor wie dessen pragmatischen Arbeitsstil. Sein Fazit über dessen Amtszeit fiel knapp aus: „Summa cum laude.“ Gleichzeitig bot er Claudia Meissner die volle Unterstützung des Berufsstandes an.

Wolfgang Schultheiß, Vorsitzender der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken, würdigte die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem AELF Bamberg und verband seine Glückwünsche mit dem Wunsch, das von Schrottenloher geprägte Motto „immer weiter denken“ auch künftig gemeinsam fortzuführen.

Personalratsvorsitzender Matthias Görl erinnerte sich an seine erste Begegnung mit Claudia Meissner an ihrem ersten Arbeitstag am AELF. Schon damals habe sie mit ihrer offenen, freundlichen und empathischen Art überzeugt. Gleichzeitig verband er seine Glückwünsche mit dem Vertrauen, weiterhin gut und herzlich zusammen zu arbeiten.

Ein persönlicher Dank der Belegschaft
Im Namen der Belegschaft überreichte Berit Kreibich, Beauftragte für Presse und Kommunikation am AELF Bamberg, das Abschiedsgeschenk an Konrad Schrottenloher. Passend zu dessen Naturverbundenheit und seiner Begeisterung für Wanderungen hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre persönlichen Tourenvorschläge gesammelt und daraus ein hochwertiges Tourenbuch gestalten lassen. Gemeinsam mit einer Karte und einem floralen Gruß brachte die Belegschaft damit ihren Dank für die gemeinsame Zeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Ausdruck.

Abschied und Aufbruch

In seiner Abschiedsrede blickte Konrad Schrottenloher auf seine berufliche Laufbahn und insbesondere auf seine Jahre am AELF Bamberg zurück. Sein Dank galt dem Staatsministerium, den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bamberger Amtes. Einen besonderen Schwerpunkt legte er auf die Aus- und Weiterbildung. Gleichzeitig würdigte er die hohe Einsatzbereitschaft der Belegschaft, die über viele Jahre hinweg bereit gewesen sei, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Herausforderungen zu meistern.

Bevor Schrottenloher sein Amt endgültig übergab, nahm er noch eine letzte Amtshandlung vor: Er überreichte dem langjährigen Bereichsleiter Forsten Michael Kreppel dessen Ruhestandsurkunde.

In ihrer Antrittsrede dankte Claudia Meissner ihren bisherigen Kolleginnen und Kollegen sowie dem Leitungsstab des AELF Bamberg für den herzlichen Empfang. Mit einem persönlichen Blick auf ihre Herkunft erzählte sie, dass sie sich – obwohl sie in Erlangen aufgewachsen sei und dort lebe – als „halbe Bambergerin“ fühle, da ihre Mutter aus Bamberg stammt und bei der Feierstunde anwesend war. Mit einem Augenzwinkern stellte Meissner fest, dass sie nicht in ihr Amt gewählt, sondern aufgrund ihres beruflichen Werdegangs mit der Behördenleitung betraut worden sei. Ob eine Behördenleitung erfolgreich sei, entscheide sich jedoch nicht allein an ihrer Spitze. Der Erfolg hänge von den Menschen ab, die gemeinsam Verantwortung übernehmen. Sie freue sich auf die Begegnungen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region und wolle ihre neue Aufgabe mit Offenheit, Entscheidungsfreude und Einsatzfreude gestalten.

Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde vom ehemaligen Bereichsleiter Forsten Michael Kreppel an der Querflöte und Rita Wiesheier am Klavier. Beim anschließenden Empfang bot sich Gelegenheit für persönliche Gespräche und den Austausch gemeinsamer Erinnerungen – ein würdiger Abschluss einer Feierstunde, die den Wechsel an der Spitze des AELF Bamberg gleichermaßen als Abschied und als Aufbruch in die Zukunft verstand.