Rückblick Bamberg/Forchheim
Praxisnahe Einblicke in die Waldbewirtschaftung beim Bildungsprogramm Wald
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Die diesjährigen BiWa-Teilnehmenden mit ihren Zertifikaten am letzten Tag des Programms.
Im Rahmen des diesjährigen Praxistags des Bildungsprogramms Wald (BiWa) des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in die moderne Waldbewirtschaftung und die Herausforderungen des Waldumbaus im Klimawandel.
Das Bildungsprogramm Wald richtet sich an Privatwaldbesitzende aus den Landkreisen Bamberg und Forchheim. In mehreren Online-Modulen und Praxisterminen vermittelt das AELF forstliches Grundwissen rund um Waldschutz, Waldbau und nachhaltige Bewirtschaftung. Ziel ist es, die Fachkompetenz der Waldbesitzenden zu stärken und sie bei den Herausforderungen des Klimawandels zu unterstützen.
Schadflächen im Stadtwald Forchheim
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Zum Praxistag im Forchheimer Stadtwald wurde deutlich, was jetzt geschehen muss, um Wälder nachhaltig umzubauen!
Im Mittelpunkt des Praxistags stand eine durch Borkenkäferschäden entstandene Fläche im Stadtwald Forchheim, vorgestellt von Stadtförster Maximilian Schneider und Bereichsleiterin Julia Haas. Aktuell laufen dort Maßnahmen zur Verkehrssicherungspflicht sowie die aktive Beräumung geschädigter Bestände. Ziel ist es, Gefahren entlang von Wegen zu beseitigen und gleichzeitig die Grundlage für eine sichere Wiederbewaldung zu schaffen. „Der Waldumbau ist keine Aufgabe für wenige Jahre, sondern für Generationen“, betonte Stadtförster Maximilian Schneider. „Gerade jetzt müssen wir die richtigen Entscheidungen treffen, damit stabile Mischwälder entstehen können.“ Die Teilnehmenden erhielten zudem einen Einblick in waldrechtliche Grundlagen wie die Unterschiede zwischen Rodung, Kahlhieb und Wiederaufforstungspflicht.
Birke als Pionierbaumart
Die Schadfläche war nahezu vollständig mit vierjährigen Birken und Sträuchern bewachsen. Eine Bodenanalyse zeigte, dass der Standort im fränkischen Keuper mit Jura-Einflüssen gute Voraussetzungen für unterschiedliche Baumarten bietet. Diskutiert wurden mögliche Maßnahmen wie die Nutzung der Naturverjüngung, Kleinzäune zum Schutz junger Eichen sowie die Ergänzung durch heimische Baumarten wie Linde oder Kirsche. Besondere Aufmerksamkeit galt der Birke als Pionierbaumart. Sie schützt den Boden vor Austrocknung, reduziert die Vergrasung und schafft als sogenannter Vorwald günstige Bedingungen für spätere Zielbaumarten.
Jungwaldpflege praktisch erklärt
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Das gekonnte Erkennen der Zukunftsbäume ist für den Waldumbau unerlässlich.
An zwei weiteren Stationen demonstrierte Forstwirtschaftsmeister Lothar Fischer die Pflege junger Waldbestände. Dabei kamen verschiedene Spezialwerkzeuge zum Einsatz - von der leichten Motorsäge bis zur schwedischen Räumaxt. Deutlich wurde, wie wichtig die frühzeitige Auswahl und Kennzeichnung von Zukunftsbäumen ist, um gewünschte Baumarten gezielt zu fördern und stabile Mischwälder aufzubauen.
Vielfalt durch gezielte Kulturpflege
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Verschiedene Geräte kamen zum Einsatz um Wunsch-baumarten in der "Dickung" zu sichern und zu fördern.
An der dritten Station ging es um die Kulturpflege. Die Vorteile des Auskesseln der einzelnen Pflanzen gegenüber dem vollflächigen Ausmähen. Es spart Arbeit und man erhält die im Zaun zwischen den gepflanzten Bäumen aufkommende Naturverjüngung. Bei einem kurzen Begang der Fläche durch die Gruppe wurden zehn verschiedene Baumarten gezählt. Dies erhöht die Vielfalt und die Klimastabilität des Waldes. Gegen Brombeeren wurde der Einsatz des Brombeerrechens empfohlen um die Ranken von den Bäumen wegzudrücken. Dann wachsen sie in andere Richtungen weiter und kommen nicht so schnell wieder an die Pflanze wie nach dem Abmähen. Eine Alternative zur Vermeidung von Unkraut ist der Vorwald aus Birke, Pappel etc. Diese Pionierbäume können sich leicht gegen Gras, Brombeeren und ähnlichen Gewächsen durchsetzen und verdämmen diese durch ihren Schattenwurf. Später, ca. nach fünf Jahren pflanzt man dann seine Wunschbäume unter den Schirm des Vorwaldes
Anpassung an den Klimawandel
Im weiteren Verlauf des Praxistags wurde deutlich, dass klassische flächige Pflanzungen durch Trockenperioden und hohe Ausfallraten zunehmend an Grenzen stoßen. Deshalb gewinnt die Kombination aus Naturverjüngung und punktueller Ergänzung weiterer Baumarten – sogenannte Anreicherungskulturen – immer mehr an Bedeutung. Der Praxistag zeigte eindrucksvoll, wie wichtig flexible und naturnahe Konzepte für die Zukunft der Wälder sind.
20.06.2026 • 10 bis 16:30 Uhr
Veranstaltungshinweis - WaldImpulse OberfrankenWie entwickelt sich das Klima in Oberfranken? Ist der Dauerwald der Wald der Zukunft? Gibt es innovative Ansätze für die regionale Holznutzung? Welche Strategien helfen, um die Biodiversität in unseren Wäldern zu erhalten? Was können wir für den Schutz heimischer Singvögel tun? Bei den kostenfreien „WaldImpulsen-Oberfranken“ geben sechs Waldexperten Impulse für die Waldbewirtschaftung der oberfränkischen Wälder. Ein Potpourri an Themen, spannende Kurzvorträge, Diskussionsrunden und Führungen durch den Studentenwald und den Ökologisch Botanischen Garten der Uni Bayreuth warten auf interessierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer.
VeranstalterAELFs Oberfranken und Uni Bayreuth
VeranstaltungsortUni Bayreuth
AnsprechpartnerKatja Sander