Reifenberg
Waldpraxistag zur Holzfällungstechnik im Reifenberger Wald

Praktiker Rainer Koopmann zeigt den Teilnehmern die fachgerechte Baumfällung.Zoombild vorhanden

Praktiker Rainer Koopmann zeigt den Teilnehmern die fachgerechte Baumfällung.

WBV Fränkische Schweiz e.V., Bayerische Forstverwaltung und Berufsgenossenschaft informieren praxisnah über sichere Holzernte

Bei strahlendem Sonnenschein veranstaltete die WBV Fränkische Schweiz e.V. gemeinsam mit der Bayerischen Forstverwaltung am 27.2. einen Waldpraxistag im Weilersbacher Gemeindewald nahe der Vexierkapelle Reifenberg. 15 Waldbesitzer aus dem Landkreis Forchheim nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen rund um anspruchsvolle Baumfällungen zu vertiefen.

Schwierige Fällsituationen sicher meistern

WBV-Vorsitzender Thomas Sieg begrüßte die Teilnehmer. Den fachlichen Schwerpunkt setzte Referent Rainer Koopmann von der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft SVLFG. Mit großer Praxisnähe erläuterte er die Holzfällung in schwierigen Situationen, etwa bei sogenannten Rückhängern oder bei komplexen statischen Verhältnissen.

Vor Ort demonstrierte Koopmann unterschiedliche Lösungsansätze: von der Sicherheits-Fälltechnik mit Halteband über Fällungen mit Seilwindenunterstützung bis hin zum Einsatz eines ferngesteuerten Funkkeils.

Arbeitssicherheit hat oberste Priorität

Ein zentrales Thema war die Arbeitssicherheit bei der Holzernte. Schwere Unfälle entstehen häufig durch das Unterschätzen des Gefahrenbereichs. Koopmann machte deutlich: „Drei Schritte zur Seite reichen nicht. Sieben bis neun Meter Abstand ist deutlich sicherer.“

Zudem informierte er darüber, dass die SVLFG ihre Mitglieder beim Kauf sicherer Fällhilfen finanziell unterstützt.

Mit einfachen Mitteln komplexe Baumstatik erklären

Besonders anschaulich wurde es, als Koopmann die statischen Kräfte im Baum mit einem gewöhnlichen Meterstab erklärte. Das einfache Werkzeug entwickelte sich im Laufe des Vormittags zum praktischen Demonstrationsmittel, um Spannungen im Holz sichtbar zu machen und die Schnittführung zu optimieren.

Die praxisnahen Erklärungen und das offene Lernklima sorgten für viele Nachfragen aus der Gruppe. Koopmann brachte die Grundregel der sicheren Holzernte auf den Punkt: „Nehmt euch Zeit, beurteilt jeden Baum einzeln und achtet auf saubere Schnittführung.“

Förderung und gute Holzpreise

Förster Daniel Schenk vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg in-formierte über die neue Waldförderrichtlinie und die erweiterten Fördermöglichkeiten. Sein Hinweis an die Waldbesitzer: Durch gezielte Nutzung entstehen stabile Mischbestände mit tief wurzelnden Baumarten, die besser mit Trockenheit und Schädlingen zurechtkommen.

Ergänzend gaben Sascha Mohl und Leonard Armbrecht von der WBV Einblick in die aktuelle Holzmarktsituation. Ihr Fazit: Für Waldbesitzer bestehen derzeit sehr gute Vermarktungsmöglichkeiten für Holz aus Durchforstungen.

Austausch unter Waldbesitzern

Beim gemeinsamen Ausklang nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Der Waldpraxistag zeigte eindrucksvoll, wie wichtig praxisnahe Weiterbildung und Zusammenarbeit für eine sichere und zukunftsfähige Waldbewirtschaftung sind.