Effizient mineralisch düngen
Mögliche Strategien angesichts steigender Düngemittelpreise

Mehr als 100 Landwirte und Technikinteressierte folgten am 15. April 2026 der Einladung auf die Versuchsfläche des Demobetriebs Deinlein (Neudorf/Scheßlitz). Unter der organisatorischen Leitung von Laura Söllner, Beraterin am AELF Bamberg, erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm aus Fachvorträgen und eindrucksvollen Praxisdemonstrationen rund um das Thema „Effizient mineralisch düngen“.
Stabilisierte Stickstoffdünger im Fokus
Den Auftakt gestaltete Dieter Drüsslein (BAT Agrar) mit einem Fachbeitrag zu stabilisierten Stickstoffdüngern. Durch den Einsatz von Nitrifikations- und Urease-Hemmstoffen werden die Umwandlungsprozesse im Stickstoffkreislauf verlangsamt. Der Stickstoff steht den Pflanzen dadurch verzögert, jedoch über einen längeren Zeitraum zur Verfügung. Gleichzeitig wird die Auswaschung vor der Umwandlung zu Nitrat reduziert – ein wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz. Insbesondere in Regionen mit Spätfrühjahrstrockenheit kann beispielsweise die Zusammenlegung der zweiten und dritten Stickstoffgabe im Weizenanbau dazu beitragen, die Stickstoffverfügbarkeit zur Proteinbildung sicherzustellen.
Grundlage: Applikationskarten und Sensorik
Im Anschluss vermittelte Jakob Weigel von den Lehr- und Versuchsanstalten für Landwirtschaft (LLA) Bayreuth die theoretischen Grundlagen der teilflächenspezifischen Düngung. Er erläuterte die Bedeutung von Applikationskarten beziehungsweise Sensorsystemen als Voraussetzung für eine präzise und bedarfsgerechte Nährstoffausbringung. Einen besonderen Akzent setzte die Vorstellung des Feldroboters im Rahmen des Projekts „FillA“, bei dem die LLA Bayreuth gemeinsam mit der Handwerkskammer Unterfranken innovative Ansätze zur Ausbildung im Bereich Smart Farming verfolgt.
Teilflächenspezifische Düngung in der Praxis
Ein Höhepunkt des Feldtages war die Demonstration moderner Technik zur teilflächenspezifischen Düngerapplikation. Zum Einsatz kamen unter anderem Geräte der Firma Rauch sowie der Isaria N-Sensor der Firma FarmBlick. Ziel dieser Technologie ist es, die Düngermenge innerhalb eines Schlages variabel anzupassen: Während die Gesamtaufwandmenge in der Regel konstant bleibt, wird das standortspezifische Ertragspotenzial optimal ausgeschöpft.
Gerade vor dem Hintergrund steigender Betriebsmittelkosten bei gleichzeitig unter Druck stehenden Erzeugerpreisen gewinnt diese Effizienzsteigerung zunehmend an Bedeutung. Auf heterogenen Standorten führen einheitliche Düngergaben zwangsläufig zu Über- und Unterversorgungen einzelner Teilflächen. Die teilflächenspezifische Düngung bietet hier ei-ne praktikable Lösung, indem sie die Nährstoffverteilung am tatsächlichen Bedarf ausrichtet.
Gerade vor dem Hintergrund steigender Betriebsmittelkosten bei gleichzeitig unter Druck stehenden Erzeugerpreisen gewinnt diese Effizienzsteigerung zunehmend an Bedeutung. Auf heterogenen Standorten führen einheitliche Düngergaben zwangsläufig zu Über- und Unterversorgungen einzelner Teilflächen. Die teilflächenspezifische Düngung bietet hier ei-ne praktikable Lösung, indem sie die Nährstoffverteilung am tatsächlichen Bedarf ausrichtet.
Präzisionstechnik im Einsatz
In der praktischen Umsetzung überzeugte insbesondere ein pneumatischer Düngerstreuer, bei dem der Dünger über Schläuche verteilt wird. Im Gegensatz zu konventionellen Streuern ermöglicht dieses System eine differenzierte Regelung einzelner Teilbreiten und damit eine präzisere Ausbringung innerhalb der Arbeitsbreite. Für viele Besucher stellte der Praxiseinsatz eines solchen Geräts eine seltene Gelegenheit dar.
Ebenso beeindruckend war die Funktionsweise des abschließend vorgestellten Isaria N-Sensors. Marco Kulzer (FarmBlick) erläuterte das Verfahren, bei dem die von den Pflanzen reflektierten Lichtwellen analysiert werden. Daraus lassen sich Biomasse, Stickstoffversorgung und indirekt das Ertragspotenzial ableiten. Auf Basis dieser Daten werden die Ausbringmengen in Echtzeit angepasst – ganz ohne zuvor erstellte Applikationskarten.
Ebenso beeindruckend war die Funktionsweise des abschließend vorgestellten Isaria N-Sensors. Marco Kulzer (FarmBlick) erläuterte das Verfahren, bei dem die von den Pflanzen reflektierten Lichtwellen analysiert werden. Daraus lassen sich Biomasse, Stickstoffversorgung und indirekt das Ertragspotenzial ableiten. Auf Basis dieser Daten werden die Ausbringmengen in Echtzeit angepasst – ganz ohne zuvor erstellte Applikationskarten.
Innovation als Schlüssel zur Effizienz
Der Feldtag verdeutlichte eindrucksvoll, dass sowohl in der Landtechnik als auch in der Düngemittelentwicklung intensiv an innovativen und praxisnahen Lösungen gearbeitet wird, um den steigenden Anforderungen an Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit gerecht zu werden.



